Minimalismus im Alltag – ehrlich, realistisch und ohne Perfektion

Vor ungefähr sieben Jahren haben wir uns dazu entschieden, minimalistischer zu leben und weniger Ballast mit uns zu tragen.

Bei unserem Umzug weg aus Berlin haben wir unglaublich viel aussortiert. Wir haben Dinge verkauft, verschenkt oder auch weggeworfen – alles, bei dem wir das Gefühl hatten: Das brauchen wir nicht mehr. Das macht uns nicht mehr glücklich.

Und rückblickend war das genau der richtige Schritt.

Wenn wir diese Entscheidung damals nicht getroffen hätten, würden wir heute wahrscheinlich immer noch all diesen Ballast mit uns herumtragen. Und wir würden den Wert der Dinge, die wir heute haben, nicht so schätzen, wie wir es jetzt tun.

Heute wissen wir: Es sind nicht die vielen Dinge, die uns glücklich machen – sondern die richtigen.

Minimalismus im Alltag mit Kindern

Natürlich werden wir auch in Zukunft wieder ausmisten. Spätestens dann, wenn unsere Kinder nach und nach ausziehen. Bis dahin versuchen wir bewusster zu entscheiden, was wir uns anschaffen – nur noch Dinge, die wir wirklich wollen und die uns guttun.

Ich kann dabei nur von mir sprechen. Jeder Mensch empfindet das anders. Für uns war es damals die richtige Entscheidung. Und ich glaube: Jede Entscheidung bringt uns weiter – egal wohin. Wichtig ist nur, dass wir nicht stehen bleiben.

Mit vier Kindern (und einem Tier) haben wir es nie geschafft, wirklich minimalistisch zu leben. Und ganz ehrlich: Das ist auch in Ordnung so. Kinder brauchen Spielzeug, sie basteln, sie schenken dir Dinge. Das gehört einfach dazu.

Dazu kommt noch das ganze Schulmaterial. Jede Schule und manchmal sogar jede Klasse hat unterschiedliche Anforderungen. Dadurch sammeln sich automatisch Hefte, Ordner und viele weitere Materialien an – und das lässt sich auch gar nicht wirklich vermeiden.

Wir haben dadurch mehr Geschirr, mehr Besteck und insgesamt mehr Dinge im Alltag. Das wird mit der Zeit weniger werden, wenn die Kinder ihren eigenen Weg gehen. Aber jetzt ist es genau richtig, wie es ist.

Was ich heute anders machen würde

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe Ordnung und ein aufgeräumtes Zuhause. Aber das, was wir heute haben, macht mich glücklich – auch wenn es mehr ist als früher.

Wenn ich heute nochmal von vorne anfangen würde, würde ich manches anders machen. Ich würde weniger wegwerfen und stattdessen mehr einlagern. Manche Dinge vermisst man später doch wieder.

Ein Beispiel ist ein Buch, das ich damals weggegeben habe. In dem Moment war ich mir sicher, dass ich es nicht mehr brauche. Heute suche ich genau dieses Buch – und finde es nicht mehr. Und das macht mich ehrlich gesagt eher traurig als glücklich.

Das würde ich auch meinen Kindern mitgeben: Nicht alles sofort wegwerfen. Manchmal lohnt es sich, Dinge aufzubewahren – vor allem, wenn eine Erinnerung daran hängt.

Was Minimalismus für mich wirklich bedeutet

Minimalismus heißt für mich nicht, möglichst wenig zu besitzen.

Minimalismus bedeutet für mich, den Alltag leichter zu machen.

Je weniger ich aufräumen, suchen oder umräumen muss, desto freier fühle ich mich. Je weniger ich putzen muss, desto mehr Zeit habe ich für die Dinge, die wirklich zählen.

Es geht nicht um Verzicht – sondern um Klarheit.

Dein eigener Weg

Egal, wie du Minimalismus für dich definierst – dein Weg ist richtig.

Du machst deine eigenen Erfahrungen. Und nur weil sich etwas heute richtig anfühlt, heißt das nicht, dass es für immer so bleiben muss.

Wichtig ist nur, dass du deinen Weg gehst.

Fühlt euch gedrückt
Nadine